Neujahrskonzert

Sa  13.01.2018 - 20:00 Uhr
Bild zur Veranstaltung
Wo
Stadthalle
Hohgarten 478224 Singen
Veranstalter
Kultur und Tourismus Singen
Vorverkauf
Tourist Information Singen, +49 (0)7731 85-262 oder -504
Vorverkaufspreis: 14,00/17,50/23,00/28,00 €
Neujahrskonzert
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Populäre Klassik und Lieder von Vico Torriani - AUSVERKAUFT!

Samuel Zünd, Bariton

Ari Rasilainen, Dirigent

Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

Einführung um 19.15 Uhr und Moderation: Intendant Beat Fehlmann

Mit Menü-Arrangement (nur buchbar bei der Tourist Information Singen)

Programm

GIOACHINO ROSSINI (1792-1868)
Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell“

VICO TORRIANI (1920-1998)
„In der Schweiz“
„Zwei Spuren im Schnee“

JOHANN STRAUSS (SOHN, 1825-1899)
„Frühlingsstimmen“, Walzer 

VICO TORRIANI
„Arrivederci Roma“ 

JOHANN STRAUSS (SOHN)
„Banditen-Galopp“, Polka 

Pause

JOHANN STRAUSS (SOHN)
„Annen-Polka“

JOSEF STRAUSS (1827-1870)
„Brennende Liebe“, Polka-Mazurka 

VICO TORRIANI
„Silberfäden“ 

JOHANN STRAUSS (SOHN)
„Perpetuum Mobile“, Polka (schnell) 

VICO TORRIANI
„Ananas aus Caracas“

JOHANN STRAUSS (SOHN)
„Unter Donner und Blitz“, Polka (schnell)

Wenn ein neues Jahr anhebt, dann soll dies von klingendem Optimismus und einer mitreißenden Dynamik begleitet sein. Das erlebt man bei diesem Konzert im großen Opernauftakt, in Rossinis „Wilhelm Tell“-Ouvertüre. Wie ruht die Welt in schönster Schweizer Harmonie, wenn die fünf Solo-Celli so etwas wie einen Weltchoral musizieren. Aber bald stürmt es allegro los, Bläser lassen Blitze leuchten, eine Rossini-Spezialität bricht los: Orchestergewitter. Aber die Natur beruhigt sich beim zart-alpinen Kuhreigen („dolce“!), den das Englischhorn intoniert. Kaum verklingt die Almenweise, schmettert die Marsch- und Freiheitsmusik los. Ende gut, alles gut, nämlich schnell, fortissimo, bravourös.

Dem eidgenössischen Opern-Patriotismus folgen lieblichere Regungen. Der Genfer Vico Torriani wärmte einst die erkälteten Neuzeit-Gemüter, sogar beim Wintersport: „Zwei Spuren im Schnee“. Vico sang mit schmelzendem Bariton, und mit  Stimmband-Noblesse wird anno 2018 Samuel Zünd die Schlagerpoesie erneuern. Wehe dem, der da mit E-musikalischer Arroganz von Schnulzen-Lyrik flüstert! Es ist einfach melodisch schön, herzerwärmend,  seelenerquickend und bei einem Lied sogar für unsere alternde Gesellschaft ganz aktuell: „Silberfäden“ in strophisch einprägsamer Form ziehen sich nicht durch irgendein metallisch glänzendes Textil, sondern sind der alterswürdige Kopfschmuck der Mutter, wie der Text erklärt. Mit über 500 Titeln in zwölf Sprachen auf rund 30 Millionen Schallplatten darf sich Vico Torriani in die vordersten Reihen singender Weltbeglückung einreihen.

Dazu bietet das Konzert den lustigen, tanzenden Kontrapunkt aus der Monarchenstadt Wien. Erst seien die Walzer von ihrem „König“ genannt. Da ertönen „Frühlingsstimmen“ als schwärmerische Sehnsucht der Winterzeit. Johann Strauss Sohn komponierte diesen poetischen Walzertraum für die Ballsaison 1883/84. Damals waren noch andere Tänze in Mode: Polka, Polka-Mazurka und der schnellere Galopp im Zwei-Viertel-Takt. Das ist Klang-Aktivierung für höheres Drehmoment. Im „Banditen-Galopp“ wird mit schnellem Schrot geschossen. In Bruder Josef Strauss´ „Brennender Liebe“ wird es sechs Minuten lang feurig. Im „Perpetuum mobile“ feiert das  Motorenzeitalter virtuose, orchestral angetriebene Tanzboden-Geschwindigkeit. In der „Annen-Polka“ wird es besinnlicher, ehe ein Drei-Minuten-Gewitter „Unter Donner und Blitz“ Menschen- und Naturemotionen vereint.

Samuel Zünd
Der im St. Galler Rheintal geborene Bariton Samuel Zünd ist ein vielbeschäftigter Solist in Oper, Konzert- und Oratorienfach. Erfolgreich mischt er aber auch mit seinen Close-Harmony-Gesangsgruppen „The Sam Singers“ und „swing4you!“ sowie dem neuen Jazz-Vokalquartett „The Voices“ in der Schweizer Unterhaltungsmusik-Szene mit. Samuel Zünd war unter anderem mit Hazy Osterwald sowie Udo Jürgens und der Big Band von Pepe Lienhard auf Tournee. Schlager der 1920er Jahre präsentierte er in einer Revue mit der Kammerphilharmonie Graubünden. 2016 übernahm er am Theater Chur die Hauptrolle als Vico Torriani im Musical „Hotel Victoria". Samuel Zünd studierte bei Margreet Honig in Amsterdam, bei René Jacobs an der schola cantorum basiliensis und bei Christoph Pregardlen an der Zürcher Hochschule der Künste. Er ist Mitbegründer des Vokalensembles Zürich, sang Liederabende und Konzerte in den USA und diversen Ländern Europas und wirkte an Opernproduktionen von Barock bis Moderne mit, unter anderem bei den Zürcher Festspielen, sowie an zahlreichen Radio-, Fernseh- und CD-Aufnahmen. Samuel Zünd ist Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste und der Musikschule Konservatorium Zürich (MKZ).

Vico Torriani (1920-1998)
wurde als Sohn eines Reit- und Skilehrers geboren und wuchs in St. Moritz und Oberrüti im Aargau auf. Nach der Schule lernte er Konditor, Koch und  Kellner. Bereits als 15-Jähriger gab er private Konzerte. Später betätigte er sich als selbständiger Gastwirt, unter anderem in Basel und machte sich als Autor von Kochbüchern einen Namen. 1945 siegte er bei einem Talentwettbewerb im Rothus Zürich und tingelte danach durch ganz Europa. 1949 nahm er in der Schweiz seinen ersten Hit „Silberfäden“ unter der Leitung von Cedric Dumont auf. In den 1950er- und 60er-Iahren trat er in zahlreichen Musikfilmen, Operetten- und Musicals auf, ab 1952 dann im Fernsehen. Zwischen 1967 und 1970 war er über viele Folgen hinweg Showmaster in der Fernsehsendung „Der goldene Schuss“ im ZDF. In den 1970er-Jahren hatte er wieder große Erfolge mit volkstümlichen Melodien. 1995 erhielt er den Bambi Lifetime-Award zusammen mit Caterina Valente und Helmut Zacharias. Im selben Jahr wurde er mit dem Ehren-Prix Walo ausgezeichnet.