Apollon Musagete Quartet

Fr  24.03.2023 - 20:00 Uhr
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Wo
Stadthalle
Hohgarten 478224 Singen
Veranstalter
Kultur und Tagung Singen
Tel. +49 (0)7731 85-504
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Kammerkonzert

Paweł Zalejski (Violine), Bartosz Zachłod (Violine), Piotr Szumieł (Viola), Piotr Skweres (Cello)

Franz Schubert (1797-1869): Streichquartett Nr. 10, B-Dur, D112
Krzysztof Penderecki (1933-2020): Streichquartett Nr. 3
Antonín Dvořák (1841-1904): Streichquartett Nr. 9, d-Moll, op. 34 


Das polnische Apollon Musagète Quartett, benannt nach dem griechischen Gott Apollon, wurde 2006 in Wien gegründet. 2008 machte es international auf sich aufmerksam, als es den ARD-Musikwettbewerb in der Kategorie Streichquartett gewann. Die Musiker spielen die gängige Quartettliteratur von Johann Sebastian Bach bis in die Moderne mit besonderer Berücksichtigung polnischer Musik – und das zeigt sich auch beim Programm in der Stadthalle Singen.

Heutzutage werden aus der Fülle des Streichquartettschaffens von Franz Schubert überwiegend die drei letzten Quartette, dazu der einzeln stehende Quartettsatz in c-Moll gespielt. Doch hat der so jung verstorbene Komponist eine Reihe von Jugend-Quartetten geschaffen, in denen er seinen persönlichen Stil suchte und gleichwohl große Meisterschaft und Leidenschaft zeigte. Das Apollon Musagète Quartett stellt das Quartett Nr. 10 (nach der neuen Schubert-Gesamtausgabe) aus dem Jahr 1814 vor: Schubert ist 16 Jahre jung, Schüler von Antonio Salieri, schreibt für seine Mitschüler und für sein Familienquartett, ist dazu verliebt in die Nachbarstochter Therese Grob mit ihrer schönen Sopranstimme und hat in einigen seiner Lieder bereits sehr lyrische, aber auch dramatische Gedichte vertont. All das spielt in die Themen und die Ausarbeitung dieses B-Dur-Quartetts hinein. Im Menuett geht es mit überraschenden Modulationen und einem sanften Trio-Satz auf den Tanzboden, im Finale zieht der erste Geiger seine Kollegen in einen virtuos erregten Wirbel.

Der 2020 verstorbene polnische Komponist Krzysztof Penderecki komponierte in den 1960er Jahren zwei Streichquartette, die der musikalischen Avantgarde angehören. Ganz anders das dritte, es entstand im Jahr 2008 und wurde am 75. Geburtstag des Komponisten uraufgeführt: Es verweist mit seinem Titel „Blätter eines nicht geschriebenen Tagebuchs“ auf autobiographische Zusammenhänge. Aus einem vollen Anfangsakkord löst sich die Bratsche heraus, sie tritt immer wieder in den Vordergrund. Der bohrende Charakter eines Dreiertakts, der ins Stocken gerät, erinnert an Schostakowitsch, zerbrechlich wirkende Klänge und große Intensität andererseits zeigen vielschichtige Facetten dieses durchkomponierten, in mehrere Abschnitte gegliederten Werks.

Wie viele seiner Landsleute war auch Antonín Dvořák schon als Kind hochmusikalisch, spielte Geige und war Mitglied im örtlichen Musikverein. 1877 wurde Johannes Brahms auf ihn aufmerksam und setzte sich für ihn und die Drucklegung seiner Werke ein. Mit den auch heute noch beliebten "Slawischen Tänzen" gelang ihm 1878 der internationale Durchbruch. Das d-Moll-Quartett, entstanden im Dezember 1877 und später revidiert (Brahms hatte die flüchtige Schreibweise moniert), ist denn auch dem deutschen Kollegen gewidmet. Der slawische, melodienreiche Tonfall Dvořáks ist hier schon trotz der dunklen Dramatik der Tonart ausgeprägt. Eine musikantische, aber ernst gehaltene Polka mit einem ländlerartigen Trioteil und ein großartig leidenschaftlicher langsamer Satz leiten einen schroffen Finalsatz ein.


Foto: Marco Borggreve



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