Von Archäologie bis Klimaschutz

Meldung vom 25.07.2018
Ein Gespräch mit Annette Schavan über ihre Tätigkeit als Botschafterin beim Heiligen Stuhl eröffnet die Reihe "WissensWert" 18/19. Bild: Laurence Chaperon

"WissensWert": Die wichtigsten Vortragsveranstalter unter gemeinsamer Flagge

Mit einer großen Themenvielfalt wartet die Vortragsreihe "WissensWert" in der Stadthalle Singen in der Saison 18/19 wieder auf. Unter gemeinsamer Flagge haben es sich die wichtigsten Vortragsveranstalter in Singen zur Aufgabe gemacht, der Allgemeinheit fundiertes Expertenwissen in ansprechender und verständlicher Form zu vermitteln. Gefördert wird die "WissensWert"-Reihe von der Stadt Singen unter dem Label "KulturPur". Die Veranstaltungen sind meist sehr gut besucht. Deshalb empfiehlt es sich, den Vorverkauf bei der Tourist Information Singen, allen anderen Reservix-Vorverkaufsstellen oder im Internet (www.stadthalle-singen.de) zu nutzen. Dieser startet am 1. August 2018. Die "WissensWert"-Abende beginnen jeweils um 20 Uhr.

Den Auftakt macht am Montag, 29. Oktober, ein Gespräch mit Annette Schavan, die lange Kultusministerin in Baden-Württemberg, Bundesministerin für Bildung und Forschung und von September 2014 bis Ende Juni 2018 Botschafterin beim Heiligen Stuhl war. Mit ihr können die Besucher der "WissensWert"-Reihe einen Blick hinter die Kulissen des Vatikans werfen. Der Titel ihres aktuellen Buches "Gott, der erneuert" ist nicht nur ein zentrales Bekenntnis der Katholikin Annette Schavan, sondern auch Richtschnur ihres Verständnisses von Religion und Politik. Das Gespräch führen Dr. Jörg Lichtenberg, Leiter der Seelsorgeeinheit Singen, und Dr. Monika Fander, Leiterin des Bildungszentrums Singen.

Unter dem Titel "10.000 Kilometer durch den Süden Afrikas" berichtet der Reiseschriftsteller und Fotograf Rainer Hamberger am Mittwoch, 14. November, über Menschen, Tierparadiese und die älteste Wüste der Erde (Bild links). Hamberger hat mit Reinhold Messner, Arved Fuchs und Bruno Baumann Abenteuerbücher publiziert und zehn eigene Reisebände herausgegeben. Über Archäologie in den Berner Alpen vom Schnidejoch bis zur mittelalterlichen Melkhütte berichtet Dr. Renate Ebersbach am Mittwoch, 30. Januar 2019. Der Vortrag beleuchtet die Nutzungsgeschichte der Alpen, die schon kurz nach dem Rückzug der Eiszeit-Gletscher begann. Nach zehn Jahren beruflicher Tätigkeit im Kanton Bern und sechs Jahren im Kanton Zürich ist Dr. Renate Ebersbach seit September 2016 die Leiterin des Fachgebietes Feuchtbodenarchäologie am Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg mit Sitz in Gaienhofen-Hemmenhofen. Anlässlich des Weltkrebstags findet am Dienstag, 5. Februar 2019, eine Podiumsdiskussion über individuelle Wege bei Krebserkrankungen statt. Komplementär angebotene Mittel gelten als attraktiv, um bei Krebs den Heilungsprozess zu unterstützen und Nebenwirkungen zu lindern. Doch was können sie leisten? Darüber diskutieren unter anderem Joachim Auer, Diplom-Sportwissenschaftler, Professor Dr. Roman Huber, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie mit Zusatzausbildung in Naturheilverfahren, sowie Professor Dr. Jan Harder, Chefarzt der II. Medizinischen Klinik am Klinikum Singen und Leiter des Krebszentrums Hegau-Bodensee.

Im kommenden Jahr feiert die Stadt Singen die Eingemeindung des Hohentwiel vor 50 Jahren. Ein Beitrag hierzu ist am Dienstag, 19. Februar 2019, der "WissensWert"-Vortrag von Dr. Eberhard Fritz über den Hohentwiel im Dreißigjährigen Krieg. Der Archivar des Hauses Württemberg in Altshausen hat ganz neue Erkenntnisse zu dieser Epoche zusammengetragen, insbesondere auch zur Rolle der vordergründig neutralen nahen Schweizer Städte und des Festungskommandanten Konrad Widerholt als Kriegsunternehmer. Eine längere Studie von Eberhard Fritz über Konrad Widerholt erschien in der Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 2017. Im Bild ein Merian-Stich zur Hohentwiel-Belagerung 1641. Unter dem Titel seines unlängst erschienenen Buches "Vier fürs Klima" berichtet der Autor Günther Wessel am Montag, 18. März 2019, über den Selbstversuch seiner Familie, CO2-neutral zu leben. Sie führte ein Jahr lang ein Haushaltsbuch der Klimasünden und diskutiert, was nötig ist, worauf man achten muss und worauf man verzichten kann. Und sie recherchierte am Beispiel zentraler Bereiche des Alltags – wie Heizen, Strom, Reisen, Transport, Ernährung, Konsum und Kleidung –, welches Verhalten tatsächlich welche klimatischen Auswirkungen hat.

Kunstschätze der Romanik am westlichen Bodensee stellt Dr. Franz Hofmann vom Kreisarchiv Konstanz am Mittwoch, 20. März 2019, in seinem reich bebilderten Vortrag vor. Der kompakte Überblick reicht von der alten Bischofsstadt Konstanz über die Klosterinsel Reichenau und das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen bis hin zu vielen kleineren Sakral- und Profanbauten im Hegau, Thurgau und Linzgau. Franz Hofmann ist im Kreisarchiv Konstanz für die Regionalgeschichte des westlichen Bodensees zuständig.

Die Baugeschichte der Festung Hohentwiel zeigt Dr. Roland Kessinger am Montag, 8. April 2019, in einem ganz neuen Licht. Grundlage dafür sind umfangreiche Archivforschungen, die erst das Internet möglich machte und die in eine digitale Rekonstruktion verschiedener Bauphasen einflossen. Viel deutlicher als zuvor ist jetzt die zeitliche Abfolge der Baumaßnahmen, aber auch die Funktion der Bauten erkennbar. Ebenso lassen sich nun Rückschlüsse auf den Alltag ziehen, etwa woher die Baumeister, aber auch die Handwerker und Arbeiter kamen, welche die Festung errichteten. Im Jahr 2015 gestaltete Roland Kessinger das Jubiläum "1100 Jahre Hohentwiel" mit, wofür ihm im selben Jahr ein Anerkennungspreis des Kulturförderkreises Singen verliehen wurde.

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