Manches bleibt besser geheim

Meldung vom 02.05.2022
Während Daniel angetan ist von der Neuen seines Freundes Patrick, gelingt es Isabelle kaum, ihre Abneigung gegenüber Emma zu verbergen (v.l.): Patrick (Martin Armknecht), Emma (Nadine Menz), Daniel (Timothy Peach), Isabelle (Nicola Tiggeler). Bild: Manuela Fuchs

VON MANUELA FUCHS

Eine Trennung im Freundeskreis führt mitunter schnell in einen Loyalitätskonflikt. Diese Erfahrung machen auch Daniel und Isabelle, deren Freund Patrick sich von seiner Frau Laurence getrennt hat für die viel jüngere und sehr attraktive Emma. Isabelle, die beste Freundin von Laurence, ist deshalb auch wenig erfreut, als ihr Daniel gesteht, dass Patrick und Emma zum Abendessen kommen. Natürlich gebietet es der Anstand, dass Isabelle gute Miene zum bösen Spiel macht. Und so werden Höflichkeiten, oft mit bissigem Unterton ausgetauscht und es werden viele Klischees bedient, während die wahren Gedanken im Verborgenen bleiben.

Um die Gäste im gut besuchten Saal der Halle jedoch hinter die Stirn der Schauspieler blicken zu lassen, bediente sich Florian Zeller eines fast vergessenen Theaterstilmittels, dem Beiseitesprechen. In diesen Augenblicken wirkt die Szene auf der Bühne wie eingefroren, als hätte man die Pausentaste gedrückt. Die Darsteller verharren in ihrer Pose, während einer der Akteure seine Gedanken für das Publikum hörbar macht. Die Protagonisten spielen mit Herzblut, allen voran Timothy Peach, der seine vielfältigen Emotionen meisterhaft mit Mimik und Gestik zu unterstreichen weiß. Wenn er sich in seiner innerlichen Zerrissenheit die Haare rauft und seinen unheiligsten Gedanken freien Lauf lässt, amüsieren sich die Zuschauer aufs Prächtigste. Einerseits beneidet er seinen Freund um den Neuanfang, andererseits fragt er sich, ob dieser das Ende der Ehe wert war. Er erkennt, dass eine junge Geliebte nicht automatisch die eigene Jugend zurückbringt und dass man auch nie wissen kann, wie so ein Traum endet.

Antje Kramm aus Singen war der Meinung, dass das eine der besten Komödien war, die sie bisher gesehen hat. Auch Cornelia Benkö aus Volkertshausen hatte sehr viel Spaß am munteren Spiel der Darsteller. Angelika Küchenhoff und ihre Kulturfreundinnen aus Schlatt am Randen fanden es sehr lustig, dass man sich in so vielen Szenen wiedererkennen konnte.

Quelle: Südkurier


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