Die Schöne erobert die Herzen des Publikums

Meldung vom 20.01.2020
Eine gelungene Veranstaltung von „Die Schöne und das Biest“ mit tollen Akteuren in Singen. Und natürlich kann die schöne Bella am Ende des Abends das Herz des Biestes und jene des Publikums erobern. Bild: Nicola M. Westphal

Südkurier: Marie Wegener als Schöne und Alexander di Capri als Biest: Mit dieser Besetzung wurde der Musical-Klassiker "Die Schöne und das Biest" in Singen zu einem Volltreffer.

VON NICOLA M. WESTPHAL


Eine märchenhafte Geschichte, eingängige Melodien, ein spielfreudiges Ensemble mit hervorragenden Sängern und Tänzern, begleitet von einer Live-Band. Bunte Kostüme vor einer tollen Kulisse, Lichteffekte und Nebelmaschinen, die auf die Bühne der Singener Stadthalle eine mystische Atmosphäre zaubern. Was will man mehr? Das Musical „Die Schöne und das Biest“ verzauberte das Singener Publikum.

Bühneninszenierung faszinierte das Publikum

Die Bühneninszenierung der berühmten französischen Novelle "La Belle et la Bête" entführte das Publikum in die Welt der ebenso sanftmütigen wie mutigen jungen Bella. Sie lebt mit ihrem Vater, einem Kaufmann, der plötzlich in Armut fällt, sowie ihren beiden einfältigen und gierigen Schwestern in einer bäuerlichen Dorfgemeinschaft. Umworben wird sie von dem muskulösen, jedoch äußerst tumben Möchtegern-Casanova Gustav, dessen Avancen sie jedoch ablehnt. Das ganze Dorf lebt in Angst vor dem ebenso bemitleidenswerten wie schrecklichen Biest, das einzig durch die Liebe einer Frau gerettet werden und sich in einen schönen Prinzen verwandeln kann.

Die Rollen sind passgenau besetzt

Die Rollen von gut und böse sind märchengerecht verteilt, auch eine gute Fee darf nicht fehlen. Das Ende ist vorhersehbar. Natürlich siegt das Gute. Musikalisch gibt es Tango und Walzerklänge und die typisch dramatischen Passagen eines modernen Musicals. All das ist keine Überraschung. Es ist aber die behutsame Inszenierung und vor allem die passgenaue Besetzung der Rollen, die das Musical zu einem wahren Genuss für Ohren und Augen machen und das Herz berühren. Die Schwestern der schönen Bella sind nicht nur gesanglich sehr ausdrucksstark, sondern überzeugen auch mit viel Spielfreude in ihrer Rolle. Gesanglich herausragend auch die gute Fee, die Bella zur Seite steht, und mit deren Hilfe die (Liebes-) Geschichte zu einem guten Ende kommt.

Das Biest, das impulsiv, aggressiv und gedemütigt laut keuchend und schnaubend die Bühne einnimmt, wird von Alexander di Capri gespielt. Er studierte Gesang und Schauspiel an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main sowie an der renommierten Juilliard School in New York City. Schauspielerisch, in Sprache, Duktus und vor allem Gesang überzeugt er mit enormer Bühnenpräsenz. Seine Erfahrung ist spürbar und unterstreicht den Charakter seiner Rolle.

"Die Schöne und das Biest" tourt zurzeit mit Live-Band durch 30 Städte und ist auf den Theaterbühnen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zu sehen. Das Ensemble besteht aus 24 Künstlerinnen und Künstlern sowie einem zehnköpfigen Orchester. In der Rolle der schönen Bella ist die 18-jährige Marie Wegener zu erleben. Sie hat nicht nur im Jahr 2018 als jüngste DSDS-Siegerin die Hürden einer Casting-Show gemeistert, sondern war neben Schule und Abitur auch als Solokünstlerin auf Tour. Als Countdown zu ihrem zweiten Album hat sie Andreas Gabalier auf seiner Stadion-Tour 2019 begleitet. Mit ihrer Rolle als Bella gibt sie ihr Debut als Musical-Darstellerin.

Bella beeindruckt

Genau so punktgenau ist die Rolle der schönen Bella mit DSDS-Siegerin Marie Wegener besetzt. Ihre Unerfahrenheit, Natürlichkeit und die zierliche Statur verkörpern eine Bella, wie man sie sich vorstellt. In den Sprechpassagen vielleicht noch etwas leise, in den teils äußerst anspruchsvollen Gesangspassagen absolut beeindruckend, erobert sie nicht nur das Herz des verunstalteten Biests, sondern ebenso die des Publikums. Man mag kaum glauben, dass sie gerade einmal 18 Jahre alt ist. Sie weiß ihre Stimme, mit der sie bisher vorwiegend Pop und Schlager gesungen hat, auch im Genre des Musicals bravourös einzusetzen. Die Stadthalle war nicht ausverkauft, es blieben noch einige Plätze frei. Das mag an den doch relativ hohen Ticket-Preisen gelegen haben. Am Ende des Abends gab es stehende Ovationen für die Akteure. Zurecht.


Quelle: Südkurier


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