Das gesellschaftskritische Schauspiel „Josef und Maria“ entwirft ein charmantes Portrait zweier älterer Menschen

Meldung vom 18.11.2022
April Hailer und Gerhard Garbers im Schauspiel „Josef und Maria“ © Anatol Kotte

Ein „Weihnachtsmärchen für Erwachsene“ erwartet die Besucher am Sonntag, 27. November, um 19 Uhr in der Stadthalle Singen. Mit dem Schauspiel „Josef und Maria“ entwickelt der Schriftsteller Peter Turrini ein charmantes Portrait zweier einsamer Menschen von der Rückseite der Wohlstandsgesellschaft: Eigentlich sind Nachtwächter Josef und Putzkraft Maria beide schon pensioniert, bessern aber als vorweihnachtliche Aushilfskräfte ihre Renten auf. Kurz vor der Heiligen Nacht treffen sie im leeren Kaufhaus aufeinander: sie kommen ins Gespräch, erzählen einander die Stationen ihres Lebens, ihre Wünsche und Träume, gescheiterte und bewahrte Hoffnungen. Beide versuchen schließlich, einander in einem spontanen, illegalen Fest der Liebe etwas von jener Wertschätzung zukommen zu lassen, die ihnen die konsumorientierte Mitwelt versagt.

 
Der österreichische Schriftsteller Peter Turrini, dessen gesellschaftskritische Stücke in mehrere Sprachen übersetzt und weltweit gespielt werden, ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Bühnenautoren. Mit „Josef und Maria“ sorgt er nicht zuletzt für eine wertschätzende und wirklichkeitsnahe Repräsentation alter Menschen. „Das Bild, welches die Gesellschaft von alten Menschen hat, wird am wenigsten von den Alten selbst bestimmt“, erklärt er die Idee hinter „Josef und Maria“. „Die Werbung entdeckt sie als 'spezifische Käuferschicht', das Fernsehen macht sie zu fröhlichen 'Senioren' ... Ich möchte Ihnen keine Geschichte über alte Menschen erzählen, ich möchte Ihnen Geschichten, Erinnerungen, Erzählungen, die ich von alten Menschen gehört habe, weitererzählen.“ Diese Geschichten bringen April Hailer als Maria und Gerhard Garbers als Josef eindrücklich auf die Bühne der Stadthalle Singen: zwei Verlierer der Wohlstandsgesellschaft blühen im Bemühen um den jeweils anderen noch einmal auf und feiern ihr ganz eigenes Weihnachtsfest.

Quelle: Wochenblatt


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