Das Bennewitz-Quartett zeigt Präzision zum Verlieben

Meldung vom 29.04.2022
Mit Perfektion präsentierte das Bennewitz-Quartett sein Programm in der Stadthalle Singen. Von links: Jakub Fišer, Štepán Jezek, Jirí Pinkas und Štepán Dolezal. Bild: Uta Krauss

VON UTA KRAUSS

Mit Erfahrung im Zusammenspiel und Leidenschaft für die Perfektion der Interpretation begeisterte das Bennewitz Quartett das Publikum im Thüga-Saal der Singener Stadthalle. Die Freude, wieder vor Publikum spielen zu dürfen, war den tschechischen Musikern Jakub Fišer (Erste Geige), Štepán Jezek (Zweite Geige), Jirí Pinkas (Viola), und Štepán Dolezal (Cello) anzusehen.

Joseph Haydns Streichquartett C-Dur op.54/2 Hob.III:57 spielten sie mit so viel Energie und Dramatik, dass es sie selbst kaum auf den Stühlen hielt. Die Aussage, dass das Spielen eines Instruments Disziplin und Ausdauer erfordert, erhielt bei dieser Betrachtung eine neue Perspektive. Nämlich die, der sichtbar dauerhaften, muskulären Anforderung während des Spiels. Durch die lebhafte Darstellung und die perfekt eingespielte Verständigung der Musiker nur durch ihre Gestik und Augenkontakte wurde deutlich, wie sehr sie in ihrer Berufung aufgehen.

Und auch in den Spielpausen herrschte im Saal eine ganz besondere Atmosphäre. Zwischen den Stücken waren die Zuschauer so erwartungsvoll und leise, dass man den Musikern beim Umlegen der Notenblätter lauschen konnte. Komponist Bedich Smetanas Passacaglia – sein bekanntestes Werk ist "Die Moldau" – wurde von den vier begabten Musikern mit viel Liebe zum Heimatland interpretiert. Jeder Einsatz und jeder Ton bildeten zusammen die Harmonien, die die Klangpalette zum hörbaren Erlebnis machten. Die Melodien fühlten sich an wie mal stürmische und mal sanfte Wellen, von denen man getragen wird.

Während der Pause nutzte das Ensemble die Zeit, um persönlich Kontakt zu den Liebhabern ihrer Musik aufzunehmen. Herzlich und voller Euphorie sprach Štepán Jezek davon, wie schön es sei, wieder spielen zu können, auch hier in Baden-Württemberg. Neben ihrem Konzert in Singen geben sie auch ein Gastspiel in der Liederhalle in Stuttgart. Dann rufe aber auch schon die Familie, denn sie haben alle Kinder, wie die Musiker erzählten.

Im letzten Teil des Konzerts wurde Antonin Dvoráks Streichquartett Nr. 13 in G-Dur gespielt und begeisterte die knapp 200 Gäste in der Stadthalle so sehr, dass der Applaus kaum ein Ende finden wollte. Die vier Kammermusiker spielten dann, nach einer kurzen Ansprache von Jezek, noch ein kurzes Stück des deutsch-böhmischen Komponisten Erwin Schulhof, was den Abend umso intensiver ausklingen ließ.


Quelle: Südkurier


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