Bitterböse Komödie um einen Rechtspopulisten

Meldung vom 28.01.2020
Gespannt richten Zuschauer ihre Blicke auf die Bühne im Thügasaal der Singener Stadthalle. Das Stück “Der rechte Auserwählte“ von Eric Assous verspricht Wortwitz und Emotionen satt. Bild: Elisa Gorontzy

Südkurier: Das Stück von Dramatiker Eric Assous vereint Zeitkritik mit guter Unterhaltung

VON ELISA GORONTZY

Ein leises Klavier erklingt, und die Augen der Zuschauer richten sich auf die Bühne. Zu sehen ist ein gemütliches Sofa – Teil der Einrichtung eines luxuriösen Loft im Pariser Bastille-Viertel. Das ist die Spielstädte des Stücks "Der rechte Auserwählte" von Dramatiker Eric Assous, das nun auch in der Singener Stadthalle aufgeführt wird. Dass es sich dabei um eine Komödie handelt, ist dem lachendem Publikum zu entnehmen, als gleich zu Beginn der Hausherr Greg splitternackt über die Bühne huscht. Er und seine Frau Melanie richten sich für ihre Gäste am Abend her – ein Abend, an dem nicht nur Geheimnisse entlarvt, sondern auch Freundschaften sowie Ehen auf die Probe gestellt werden.

Ein ausländerfeindlicher Waffennarr

Dabei spielen unterschiedliche Ansichten über Politik, Liebe und Leben eine große Rolle: Es klingelt und Jeff erscheint. Der Kumpel von Greg schüttet ihm sein Herz aus, fühlt sich allein und hängt noch an seiner Exfreundin Charline. Auch sie ist spontan von Melanie zum Abendessen eingeladen worden, jedoch kommt sie in Begleitung ihres Verlobten Noel. "Wenn ich die beiden zusammen sehe, verbrenne ich mich zum Nachtisch im Wohnzimmer", sagt Jeff dazu. Doch Noel ist ein Waffennarr, ausländerfeindlich, gegen Juden und macht somit Charlines Freunde nicht zu seinen. Provokationen bringen das Fass zum überlaufen. Als dann auch noch das Verhältnis des verheirateten Greg mit Charline, der damaligen Freundin seines Kumpels Jeff, ans Licht kommt, kocht die Stimmung immer höher – und am Ende ist nichts mehr so, wie es vorher war. Begeistert vom Können der Schauspieler ist Petra Zuppinger. Sie ist Abonnentin des Komödienrings und freut sich, bekannte Gesichter aus dem Fernsehen – in diesem Fall Stefan Jürgens und Volker Zack – live zu sehen.

Stück ist "nicht nur lustig"

Zuschauer Thomas Fritschi sagt über das Stück: "Es war nicht nur lustig, es regt auch
zum Nachdenken an, denn es gibt immer verschiedene Ansichten zu einer Situation mit ihren Konsequenzen." Die Vorstellung sei gut besucht, sagt Magdalena Steinebach, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Zwar fällt das Publikum etwas älter aus, dass die Handlung des Stücks aber auch Jüngere mitreißen kann, beweist die 20-jährige Melis Hayta. "Ich habe viel gelacht, auch wenn es mir teilweise im Hals stecken geblieben ist", sagt sie zu dem zeitkritischen Stück um einen Rechtspopulisten im Schafspelz.

Quelle: Südkurier


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