"Stadlzeit in der Stadthalle"

Meldung vom 11.10.2018
Andy Borg gab sich sehr publikumsnah und setzte sich in der Pause ins Foyer der Stadthalle Singen. Bild: Thomas Güntert

Südkurier: Andy Borg, Anita und Alexandra Hofmann sowie Hansy Vogt unterhalten mit Musik und Humor ihre 450 Zuschauer.

VON THOMAS GÜNTERT

Rund 450 Besucher füllten die Stadthalle Singen, in der Andy Borg, Anita und Alexandra Hofmann sowie Frau Wäber drei Stunden Unterhaltung boten. Nachdem der relativ unbekannte Schlagersänger Frank Cordes den Schlagerabend mit Liedern vom blauen Meer und weißen Sand eröffnet hatte, trat der Schwarzwälder Entertainer Hansy Vogt in seiner Paraderolle als "Frau Wäber" in Aktion. Als lustige Landfrau sorgte er in bekannter Manier bei dem überwiegend älteren Publikum schnell für gute Laune.

Passend zum schönen Altweibersommertag ist die Frau Wäber nach dem Slogan "Genießen sie die Deutsche Bahn in vollen Zügen" angereist. Sie erzählte von Schweizern, die mit offenen Autos in Singen herumfahren, von Werner Mang, dem Änderungsfleischer vom Bodensee, und der Sehnsucht nach dem "ersten Mal". Einige Besucher vermissten allerdings den Schwarzwälder Dialekt des gebürtigen Feldbergers, der seine Sprüche in akzentfreiem Schriftdeutsch klopfte.

"Adios Amor hat mir und meinem Publikum in den letzten 36 Jahren viele schöne Momente beschert", bemerkte Andy Borg, der mit diesem Lied 1982 den großen Durchbruch schaffte. Neben weiteren Hits sang er ein paar Lieder aus seiner neuen CD "Cara Mia", in der er bekannte Lieder seiner Schlagerkollegen wie Howard Carpendale oder Bata Illic neu aufgenommen hat. Andy Borg suchte immer wieder den Dialog mit dem Publikum. Der Auftritt in Singen bereitete ihm sichtlich Spaß.

"Ich war schon oft auf Konzerten von Andi Borg und ich bin jedes mal von Neuem fasziniert, wenn ich ihn höre", sagte Angelika Luginbühl aus Schaffhausen, die mit ihrem Enkel Sven gekommen war. "Der Andy hätte mir noch besser gefallen, wenn ihn eine Liveband begleitet hätte und die Musik nicht aus der Konserve gekommen wäre", bemerkte ein Besucher im Foyer, als Borg in der Pause Autogrammwünsche erfüllte und für Selfies posierte. Sämtliche Künstler sangen im Halbplayback. Der Gesang war live, aber die Musik kam vom Band. Anita und Alexandra Hofmann zeigten allerdings, was sie wirklich drauf haben. Die Schwestern spielen insgesamt 15 Instrumente und gaben Kostproben mit Harfe, Trompete und Xylophon. Anita spielte sogar die "Swiss Lady" am Alphorn und demonstrierte ihre zarte Sopranstimme, der Alexandra mit einer fetzigen Rockröhre entgegnete.

Der Auftritt im rund 40 Kilometer entfernten Singen war für das bekannteste Geschwisterpaar der deutschen Schlager- und Volksmusikszene aus Meßkirch praktisch ein Heimspiel und sie brachten viele Fans mit. Rita Schnerring kam hingegen von der Höri, um die Geschwister Hofmann zu erleben. "Das ist nicht ausschließlich meine Musik, doch mir gefällt die heimelige und familiäre Atmosphäre in der Singener Stadthalle", bemerkte Andrea Niederberger aus Friedingen.

Freud und Leid
Andy Borg verteilte immer wieder Seitenhiebe ans Fernsehen, das den heute 57-Jährigen vor drei Jahren altershalber bei der Volksmusiksendung "Musikantenstadl" abgesägt habe, die er neun Jahre moderiert hatte. "Im Fernsehen ist alles Lug und Betrug", sagte Borg, der anmerkte, dass die Musik im Fernsehen meist Vollplayback sei und er im Fernsehen größer gemacht werde als er ist. Mit sichtlicher Freude verkündete Borg, dass er beim SWR die neue Sendereihe "Schlager-Spaß mit Andy Borg" moderieren darf und die erste Sendung am 22. Dezember ausgestrahlt werde. "Dann bekommen Sie von mir das erste Weihnachtsgeschenk", sagte der gebürtige Wiener. (thg)

Quelle: Südkurier


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