"Spinner sorgt für beste Unterhaltung"

Meldung vom 25.10.2017
Moritz Lindbergh (links) und Tom Gerhardt begeistern bei ihrem Spiel auf der Stadthallenbühne mit viel Können und Spielfreude. Bild: Karin Zöller

Südkurier zur Komödie "Dinner für Spinner": Ein Theatergastspiel spielt mit Erwartungshaltungen der Zuschauer – und das auf mächtig hohem Niveau.

VON KARIN ZÖLLER

So sieht ein amüsanter und kurzweiliger Abend aus: Fünf Schauspieler agieren mit viel Spielfreude und Können und präsentieren eine unterhaltsame Komödie voller Witz und manch überraschender Pointe. "Dinner für Spinner" von Francis Veber zählt sicherlich zu den Besonderheiten in diesem Genre. Die überaus humorvolle Geschichte eines vermeintlichen Trottels, der das Leben eines Verlegers binnen kürzester Zeit auf den Kopf stellt, kam bei rund 450 Besuchern in der Singener Stadthalle bestens an.

Veber gilt als Meister der französischen Komödie. Nach großen Bühnenerfolgen machte er Anfang der 1970er-Jahre auch Karriere beim Film mit Komödien wie "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh" mit Pierre Richard. Doch nicht nur in Frankreich war er ein gefragter Autor. Dank seiner großen Drehbucherfolge mit Filmen wie "Die Nervensäge", "Ein Käfig voller Narren" oder "Zwei irre Spaßvögel" wurde die amerikanische Filmindustrie auf ihn aufmerksam und so arbeitete Francis Veber auch einige Jahre für die Disney-Studios.

Der Autor hat offensichtlich Spaß daran, mit der Erwartungshaltung der Zuschauer zu spielen und teilweise für unerwartete Wendungen zu sorgen. Dieser Spaß war auch bei den Akteuren auf der Bühne spürbar. Die schwungvolle Darbietung sorgte im Publikum oft für Gelächter. Jede Rolle war perfekt besetzt. Vor allem die beiden Hauptdarsteller glänzten: Tom Gerhardt schien die Rolle auf den Leib geschrieben zu sein. Der Schauspieler und Komiker, der unter anderem mit Filmen wie "Voll normaaal" und der TV-Serie "Hausmeister Krause" bekannt wurde, spielte den redseligen Tollpatsch Matthias Bommes äußerst überzeugend.

In Moritz Lindbergh als Verleger Peter Küsenberg hatte er den idealen Gegenspieler. Beide begeisterten durch ihr mitreißendes Spiel. Tina Seydel bewies gleich in zwei Rollen – als Küsenbergs Ehefrau wie auch als dessen Geliebte – ihre Schauspielkunst. Ausgezeichnet ergänzt wurde das Team durch Steffen Laube als Darsteller von Küsenbergs Freund sowie durch Stefan Preiss, der die Rolle des Finanzprüfers mit Leib und Seele füllte.

Quelle: Südkurier