"Noch komischer als im Radio"

Meldung vom 14.05.2019
Der Kabarettist Andreas Müller begeisterte auch als Verwandlungskünstler die Besucher in der Singener Stadthalle. Bild: Monika Himsolt-Richter

Südkurier: Der SWR3-Kultkomiker Andreas Müller ist nach längerer Bühnenpause wieder in der Stadthalle Singen. Der Stimmenimitator und Multiinstrumentalist bringt in einer Person viele beliebte Charaktere mit.

VON MONIKA HIMSOLT-RICHTER

Zweimal volles Haus in der Stadthalle Singen. Das kann nicht ohne Grund sein. Andreas Müller hat seine Anhänger und so gar keine Ambitionen aufzuhören. Entgegen dem Trend in Deutschland, wie er sagt: Aufzuhören! Wie zum Beispiel Zetsche von Daimler oder Papst Benedikt oder Gottschalk, der mit seiner Ehe aufhört. Andreas Müller grätscht mittenrein ins Leben der Promis, Politiker und anderer Berühmtheiten. Ein Gag folgt dem Anderen in einem Tempo, das sich gewaschen hat.

Es folgen Themen wie die Organspende, die ohne Widerspruch zur "Zwangsentleerung" führt, und die beliebte Datenschutzgrundverordnung, die ohne Namen an den Haustüren schlichtweg den Paketversand lahmlegt. Jonathan und Jennifer Lievertz aus Gottmadingen sind begeistert. "Wir kennen Andreas Müller bisher nur aus SWR3. Auch die politischen Themen sind witzig rübergebracht", sagt Jonathan Lievertz. "Und live kann man die Gags länger auskosten als im Radio." Beide sind begeistert.

Stimmenimitator der Sonderklasse
Fast schon legendär ist Müllers Parodie von Jogi Löw, der sein neues Kochbuch mit "Löw Carb"-Gerichten vorstellt und seine Mannschaft mittels Rapsong trainiert. Herausragend auch die Szene aus der Sendung "Sing my song": Müller singt als Grönemeyer Songs von Max Giesinger und als Kretschmann Udo Lindenbergs Lied "Ich mach mein Ding" und bestell‘ mir Linsen und Spätzle.

Andreas Müller beweist sowohl die Kunst der Stimmenimitation wie auch musikalisches Können. Mit Gitarre, Keyboard und Minischlagzeug begleitet er sich. Zum Schluss gibt es noch ein Live Casting für eine neue deutsche Nationalhymne, wie vom thüringischen Ministerpräsidenten Ramelow vorgeschlagen. Moderiert von Angela Merkel treten als Kandidaten an: Dieter Bohlen, Peter Maffey und Horst Seehofer. Der Sieger der Castingshow wurde zwar nicht gefunden, aber "Mutti Angi" wusste dazu ihre eigene Lösung. Die Schweißtropfen auf Müllers Stirn und die begeisterten Zuschauer zeigen: Der Kabarettist hat in zwei Stunden alles gegeben.

Quelle: Südkurier


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