"Musikalischer Handkuss"

Meldung vom 06.03.2018
Max Raabe hat bei seinem Auftritt in der ausverkauften Stadthalle Singen mit dem Palast-Orchester mehr als 1000 Besucher zum Träumen eingeladen. Bild: Matthias Biehler

Südkurier: Max Raabe begeistert mehr als 1000 Besucher in der Stadthalle Singen mit einer großartigen Zeitreise in die Schlagerwelt der 20er-Jahre

VON MATTHIAS BIEHLER

Ist die Zeit stehen geblieben, oder sind wir schon wieder so weit? Kurz vor dem Start der 20-er Jahre dieses Jahrhunderts klingen die Hits der vergangenen Epoche erstaunlich zeitlos. Wenn Max Raabe und das Palastorchester Nostalgie verbreiten, bleibt die Zeit tatsächlich stehen. "Ich küsse ihre Hand, Madame...", schwelgt Raabe süffisant in Melodien und schafft es, im selben Moment mit dem Blick des Unschuldslamms und gewaltigem Schalk im Nacken sein Publikum zum Träumen einzuladen.

Dabei lautet die Botschaft des aktuellen Programms: "Der perfekte Moment wird heut verpennt". Kein Traum also, sondern Wirklichkeit. Mehr als 1000 Besucher haben den Moment nicht verpassen wollen. Längst war das Konzert von Raabe und seinem Palastorchester in der Stadthalle Singen ausverkauft und das Publikum ließ sich behaglich auf eine musikalische Zeit- und Weltreise einladen. Raabe und das Palastorchester entführten in vergangene Welten und zeigten auf, dass doch vieles immer wieder kehrt. Mann sucht Frau, Liebeslust und Liebesleid, das große Thema menschlicher Begegnungen wird nicht langweilig. Und Raabe gelingt es mühelos, seine Musiker ins Rampenlicht zu holen. Galant tritt er zurück in den Schatten und überlässt mal Violinistin Cecilia Crisafulli, ein andermal Bernd Hugo Dieterich am Sousaphon, die Bühne – und auch als Chor überzeugen die Musiker. Das Palast-Orchester steht dem prominenten Sänger in keinem Moment nach und kassiert mehr als einmal Szenenapplaus – nicht zuletzt bei der aktuellen Version des Raabe-Klassikers "Kein Schwein ruft mich an". Mit dem macht die Combo kurzerhand eine interkontinetale Reise rund um den Globus und spätestens als aus Russland keiner anrief, tobte das Publikum.

Verpennen durfte man den Auftritt keinesfalls und zum guten Schluss hat Raabe auch noch den Klassiker aller Chorleiter ausgepackt: Ohne einen kleinen grünen Kaktus wollte er sich von Singen nicht verabschieden. Das sticht.

Quelle: Südkurier


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