"Musik ist eine Weltsprache"

Meldung vom 12.02.2018
Gibt mit einem Fitnessmusical ein Gastspiel in der Stadthalle Singen: Der Musiker und Theaterautor Dietmar Loeffler bringt nicht nur Phantasie gern auf die Bühne, sondern auch Humor. Bild: Regina Ding

Südkurier-Interview mit dem Autor Dietmar Loeffler über die musikalische Komödie "Bauch, Beine, Po", die am Sonntag, 18. Februar, um 19 Uhr in der Stadthalle Singen aufgeführt wird.

VON NICOLA M. WESTPHAL

Herr Loeffler, was reizt Sie am Theater?

Die Freiheit (lacht). Ich war lange Zeit in der Klassik zu Hause, dort ist man immer Reproduzierender der klassischen Komponisten. In der Theaterarbeit ist man produzierend, hat die Möglichkeit Figuren zu erschaffen, hat Freiräume für seine Phantasie, geht mit Menschen in Austausch. Und es liegt an mir, ob es mir gelingt, Menschen mithilfe meiner Phantasie auf eine Reise mitzunehmen.

2015 haben Sie sich mit dem Stück "Die große Freiheit" dem Thema Flüchtlinge gewidmet. Ist es schwieriger das Publikum für sozialkritische Themen zu begeistern, als für die leichtere Kost?

Das habe ich bis heute noch nicht wirklich ausloten können. Sicherlich polarisiert dieses Thema. Es gibt große Musiker, wie beispielsweise Sting oder Paul Simon, die die Musik unterschiedlicher Kulturen kombinieren – und es funktioniert. Auch ich habe in meinem Musikstück arabische Klänge mit deutschen Seemannsliedern verbunden, denn die Musik ist eine Weltsprache, die jeder versteht, die die Seele und das Herz berührt und damit Barrieren überwindet. Wichtig ist es wohl auch, zu dramatischen Themen eine Haltung zu beziehen und sich dann aber auch der Kritik zu stellen.

Das Fitnessmusical "Bauch, Beine. Po" haben Sie 2014 in Kooperation mit dem Stadttheater Schaffhausen inszeniert. Wie kamen Sie auf die Idee?

Ach, ich habe mich damals gefragt, was wohl den Reiz ausmacht, immer fit sein zu wollen, jung sein zu wollen und auch immer den Anforderungen der Arbeitswelt zu entsprechen. Ich habe da mal mitgemacht, war als einziger Mann in "Bauch, Beine, Po" in unterschiedlichen Fitnessclubs. Das ist so ein soziales Biotop, diese geradezu archaische Körperlichkeit und Selbstzentrierung. Das finde ich echt extrem spannend.

Die Musik von "Bauch, Beine, Po" haben Sie nicht selbst geschrieben, greifen auf teils bekannte Stücke zurück.

Richtig, ich bediene mich zum Teil bei bekannten Musikstücken, weil sie Emotionen leichter transportieren, teils komponiere ich aber auch selbst. Wichtig ist aber immer, dass die Aussage des Musikstücks im Kontext die Handlung vorantreibt.

Sie bedienen mit ihren Charakteren Klischees. Ist das wichtig für den Erfolg des Stücks, weil sich das Publikum leichter mit den Personen auf der Bühne identifizieren kann?

Ich denke nicht darüber nach, was wichtig für den Erfolg ist. Für mich ist von Bedeutung, dass meine Figuren mich fesseln und interessieren, nur dann kann ich damit auch das Publikum erreichen.

Ein kurzes Statement von Ihnen: Warum sollen die Leute am 18. Februar in die Stadthalle Singen kommen?

Weil "Bauch, Beine, Po" einzigartig ist, eine Mischung aus Oper, Operette und Musical, mit tollen Darstellern, hochmusikalisch und außerdem sehr, sehr komisch.

Zu Person und Musical
Dietmar Loeffler ist Pianist, Komponist, Regisseur und Theaterautor. Er studierte Klavier und Dirigieren in Trossingen, Hamburg und Paris sowie in einem Parallelstudium Germanistik und Musikwissenschaft. 1993-1996 war er Mitglied der Meisterklasse für Liedbegleitung an der Hochschule Zürich. Seit dem Jahr 2012 widmet er sich verstärkt der Theaterarbeit. Am 18. Februar wird er mit seinem Fitnessmusical "Bauch, Beine, Po" in der Stadthalle Singen z0u Gast sein.

Der Stoff: Drei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, streben im angesagtesten Fitnessclub der Stadt nach dem perfekten Körper. Die schweißtreibenden Workshops von Trainer Guido bringen sie nicht nur an den Rand der Erschöpfung, sondern entfachen einen Konkurrenzkampf um die Gunst ihres sportlichen Peinigers. Alles ändert sich, als plötzlich Gerichtsvollzieher Dr. Nerv mit einer Räumungsklage vor der Tür steht. Das Damentrio kämpft nun nicht nur gegen die Pfunde, sondern auch gegen die Justiz. Das Musical wird am 18. Februar um 19 Uhr in der Stadthalle Singen aufgeführt.

Quelle: Südkurier

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