"Große Momente zum Abschied"

Meldung vom 28.12.2018
Dirigent Michael Stefaniak winkt: Zum letzten Mal dirigierte er das Festkonzert des Blasorchesters. Nach dem Konzertabend dankten Orchester und Publikum mit stehenden Applaus. Bild: Christel Rossner

Südkurier: Blasorchester Singen bringt Europa auf die Bühne und Michael Stefaniak dirigiert zum letzten Mal

VON CHRISTEL ROSSNER

Es war das letztes Konzert des Blasorchesters der Stadt Singen (BOS) in diesem Jahr und ein besonderes: Das traditionelle Festkonzert als Höhepunkt des Orchesterjahres war auch das letzte Konzert unter der Leitung von Michael Stefaniak. Unter dem Motto „Europa“ nahm das Orchester die rund 450 Gäste mit auf eine musikalische Reise, die mit bekannten Kompositionen eine Hommage an Komponisten und Interpreten war.

Die Musiker des BOS und des Jugendblasorchesters (JBO) unter der Leitung von Martina Bennett stellten erneut ihr hohes musikalisches Niveau unter Beweis. Mit Kompositionen aus Filmen, Chansons von Charles Aznavour bis zu Chick Corea und Alan Parcons war ein Streifzug durch verschiedene Musikstile geboten.

Vom Blechbläserensemble „Hontes Brass“ eröffnet, kam mit dem Medley „Moment for Morricone“ bei Themen aus Soundtracks der Italo-Western wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Zwei glorreiche Halunken“ von Ennio Morricone Gänsehautgefühl auf. Die Jungmusiker des JOB unternahmen bei dem Stück „Fires of Mazama“ einen Exkurs in die grollenden Tiefen eines Vulkans und in die eisigen Weiten eines schmelzenden Gletschers. Beim Vortrag des Soundtracks „Fluch der Karibik“ wandten sie sich wieder der heutigen Zeit zu und ernteten herzlichen Applaus.

Wie das JBO stellte auch das BOS erneut seine exzellenten musikalischen Qualitäten unter Beweis. Mit dem Titel „La Strada“ erinnerte das Orchester an den italienischen Komponisten Nino Rota und ließ Bilder aus dem Film von Federico Fellini akustisch nachvollziehen. Mit „The Best of Charles Aznavour“ zog der Charme französischer Chansons durch die Stadthalle.

Eine ganz andere Musikrichtung kündigte Dirigent Michael Stefaniak mit den zwei letzten Programmtiteln an. Mit „Silence und I“ würdigte das BOS den britischen Musiker Alan Parsons, der als Toningenieur in den Abbey Road Studios an den letzten Alben der Beatles mitwirkte. Mit dem Titel „Spain“ von dem Komponisten Chick Corea machte das Orchester einen Abstecher in die amerikanische Jazzmusik. Mit diesen Vorträgen bewies das BOS, dass die Bläser auch die Genres Rock und Jazz beherrschen. Alle Register brillierten in den anspruchsvollen Dissonanzen der Stücke, die, nuanciert gespielt, sich zu einem reizvollen Klangteppich ausbreiteten.

Der Beifall endete auch nicht nach einer Zugabe. Als Präsident Hartmut Rackow den Abschied von Michael Stefaniak ankündigte, erhob sich das Publikum zu stehendem Applaus zu Ehren des scheidenden Dirigenten. Rackow bezeichnete es als Herausforderung, lobende Worte für einen Mann zu finden, der nie großes Aufheben von seiner Person gemacht hat. Unter seinem Dirigat habe sich das BOS auf neues Terrain gewagt und sich musikalisch weiterentwickelt. Neben den Proben habe sich Stefaniak auch in das gesamte Vereinsleben eingebracht.

Zum Dirigenten
Für Michael Stefaniak war das traditionelle Festkonzert des BOS das letzte als Dirigent. Präsident Hartmut Rackow dankte ihm in seiner Abschiedsrede für sechs Jahre als Leiter des Orchesters und erinnerte an einige Höhepunkte unter seinem Dirigat. Stefanik wird als Hornist in der Südwestdeutschen Philharmonie eine höhere Position einnehmen. Markus Schönle wurde für 25 Jahre als Vorsitzender des BOS mit der Silbernen Ehrennadel des Blasmuikverbands Hegau-Bodensee ausgezeichnet.

Quelle: Südkurier


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