"Atemlos durch den Zauberwald"

Meldung vom 06.12.2017
Die Aufführung der Komödie „Ein Sommernachtstraum“ sorgt in der Singener Stadthalle für Begeisterung. In fantasievollen Kostümen beeindrucken die Darsteller der Shakespeare Company Berlin mit herausragendem Können und viel Spielfreude. Bild: Karin Zöller

Südkurier: Die Shakespeare Company Berlin tritt in der Stadthalle Singen auf. In ihrem Stück nehmen die Schauspieler teils Bezug auf die heutige Zeit

VON KARIN ZÖLLER

Die Aufführung von William Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ in der Stadthalle Singen war ein außergewöhnliches Theatererlebnis. Dabei spielte sich das fantasievolle Spektakel nicht allein auf der Bühne, sondern auch direkt vor den Augen des Publikums ab. Die überaus lebendige, mitreißende und moderne Inszenierung der Shakespeare Company Berlin, bei der auch virtuos gesungen und musiziert wurde, kam bei den Zuschauern bestens an.

Das Stück stammt zwar aus dem 16. Jahrhundert, dennoch wurden teils Bezüge zur heutigen Zeit geschaffen. So gab es Sprüche wie: „Was für ein Stress hier im Wald, das hält ja keiner aus“ und selbst die leicht abgewandelte Version von Helene Fischers Kultschlager „Atemlos durch den Wald“ durfte nicht fehlen.

Das quirlige Spiel der Darsteller schien sich im ganzen Saal auszubreiten und die gesamte Stadthalle in einen einzigen Zauberwald zu verwandeln.So waren die Zuschauer mittendrin im Geschehen. Fast 800 Besucher, darunter über 200 Schüler von Schulen aus Singen, Radolfzell und Engen, ließen sich von der zweieinhalb Stunden dauernden Geschichte über verirrte Liebespaare, zerstrittene Elfen und übereifrige Handwerker verzaubern und zeigten sich begeistert von der ausdrucksstarken Darstellung der Akteure.

Sechs Schauspieler waren in 18 Rollen zu sehen: Vera Kreyer, Elisabeth Milarch, Kim Pfeiffer, Michael Günther und Erik Studte sowie Oliver Rickenbacher wechselten scheinbar mühelos von Rolle zu Rolle. Dabei überzeugten die Darsteller als leidenschaftlich Liebende ebenso wie als verspielte Zauberwesen oder törichte Handwerker. Das Zuschauen war eine wahre Freude. Die Darsteller bewiesen nicht nur hohe Schauspielkunst, sondern erweckten die Figuren förmlich zum Leben. Das Ensemble unter Regie von Doris Harder präsentierte sich mit einer fast greifbaren Spielfreude, wie sie nur selten zu sehen ist. Es war eine grandiose Leistung aller Beteiligten, die mit frenetischem Beifall des Publikums belohnt wurde.

Quelle: Südkurier