"Im Einklang"

Sa  28.11.2015 - 20.00 Uhr Uhr
Bild zur Veranstaltung
Wo
Stadthalle
Hohgarten 478224 Singen
Veranstalter
Kultur & Tourismus Singen
Vorverkauf
Tourist Information Singen +49 (0)7731 85-262/-504
Vorverkaufspreis: 13,00/16,50/22,00/26,50 € Tickets online
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Symphoniekonzert mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz

Maurice Steger, Blockflöte und Dirigent

Einführung mit dem Musikwissenschaftler Dr. Helmut Weidhase
um 19.15 Uhr

Weihnachts-Arrangement: Menü und Konzertbesuch zum günstigen Pauschalpreis
Mehr Informationen: Tourist Information Singen, 07731/85-262
 

ANTONIO VIVALDI (1678–1741)
Concerto in B-Dur, RV 375
für Blockflöte, Streicher und Basso continuo

GEORG FRIEDRICH HÄNDEL (1685–1750)
Concerto a due cori F-Dur, HWV 334

ANTONIO VIVALDI
Concerto „La Notte“ g-Moll, RV 439
Concerto „Il Gardellino“ D-Dur, RV 428
für Blockflöte, Streicher und Basso continuo

WOLFGANG AMADEUS MOZART (1756–1791)
Sinfonie Nr. 38 D-Dur, KV 504, „Prager Sinfonie"

Der Schweizer Maurice Steger gehört mit seiner weltweiten Konzerttätigkeit als Blockflötist und als Dirigent zu den führenden Interpreten auf dem Gebiet der Alten Musik. Er ist ein virtuoser, technisch ungemein brillanter Flötist, der mit seinem lebendig spontanen Spiel jedes Publikum sofort in seinen Bann zieht. Erleben konnten dies die Besucher des Kammerkonzerts mit dem Maurice-Steger-Trio im April 2015 in der Stadthalle Singen.

Das Zusammenspiel im Einklang mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz ist vielfältig in Tempo, Farbe und Programm. Mit heiter-venezianischer Buntheit beginnt das konzertante Barock. Vivaldis Violin-Concerto in B-Dur, diesmal für Flöte gesetzt, spielt sich mit flinken Dreiklangsspielen ein, kommt zu einem munteren Allegro, dann zu einem galanten Largo mit  feinster Mischung aus Melos und Melancholie, um im Allegro alle Traurigkeit mit kräftiger Festlichkeit zu besiegen. Grandioses folgt: Händels „Concerto a due cori“ bietet in fast allen der sechs Sätze einen heroisch-prächtigen Klang: Bläser (Holz und Blech in dynamischer Konkurrenz) und Streicher führen eine prunkvoll punktierte französische Ouvertüre, eine flotte Jagd- oder Tafelmusik, ein festliches Trompeten-Holzbläser-Klangfest, ein melancholisches Streicher-Adagio, ein Tanz-Allegro und ein mit lustigen Fanfaren angereichertes schnelles Siziliano-Ballett auf.

Weniger pathetisch, dafür spielerisch ergiebiger sind Vivalds folgende zwei Flötenkonzerte. Das erste heißt „Die Nacht“ (La notte), hat sechs Visionen (Kurzsätze) und ist romantischer als man es von barocken Werken erwartet: Ängstlich pochen die Akkorde, unheimliche Gestalten flattern mit Flöten-Allegro und Presto-Läufen durch die Nacht. Ein langsames f-Moll-Adagio klagt, ein Finale schafft mit Synkopen eine Spur von Morgen-Energie ins Konzertieren. Da wacht dann auch das Vögelein des zweiten Concertos auf – und zwar „Der „Stieglitz“ (Il Gardellino) mit seinen bunten Federn und Blockflöten-Künsten: kleine Intervalle zum Einzwitschern, beschleunigte Koloraturen, pfiffige Skalen himmelwärts – und zwischendrin ein elegantes „cantabile“.

Mozarts „Prager Symphonie“ führt in eine neue Klangwelt: Feudales Adagio mit Auftrittsmacht des Grafen aus dem „Figaro“ (der gerade in Prag gefeiert wurde), Seufzer und Forte-Piano-Kontraste. Ein Allegro setzt ein: Symphonische Dramatik mit spannender Orchesterhandlung.  Das Andante mischt das Schlichte (Dreiklangmelos) mit dem Geheimnisvollen (chromatische Bewegungen). Allerlei Traurigkeit, kleiner Rokoko-Weltschmerz  – und danach kann einfach kein gemütliches Tänzchen folgen. Die Symphonie hat kein Menuett, sondern springt stracks ins turbulente Presto, farbig wie ein orchestrales Opernfinale.

Bild: Josep Molina, molinavisuals